Aus der Presse

Sächsische Zeitung Mittwoch, 24. November 2004

Mampe liest Sagen und singt Neruda
   

Electra-Sänger Peter Ludewig ist unter die Erzähler gegangen. SZ sprach mit dem Freitaler über neue Projekte und alte Geschichten.

Seit 30 Jahren singst du die Geschichte vom grünen Esel, eine Fabel von Christian Fürchtegott Gellert aus dem 18. Jahrhundert. Nun erzählst du auf einer CD Sagen aus deiner Heimat. Wie kommt es, dass du dich erneut historischen Stoffen widmest?

Ich lese schon immer sehr rege Sagen, nur in letzter Zeit auch laut für meine Enkelkinder. Irgendwann kam dann mal im Studio während der Produktion von drei neuen Rockballaden das Gespräch darauf. Wir machten paar Probeaufnahmen, und das Ergebnis überzeugte. Ich suchte einige Sagen heraus, die alle in der näheren Umgebung spielen, also in Freital, Freiberg, Meißen, Königstein zum Beispiel. Es mussten natürlich sächsische sein, mein Dialekt ist ja nicht zu überhören.

Beim Vorlesen allein ist es nicht geblieben.

Nein. Zunächst hat Michael Wüstebrand alias Giebold Hauser die Texte überarbeitet, dann komponierte Friedbert Wissmann Musik dazu und seine Grafikerin Angelina Hofmann zeichnete Bilder. Am Ende ist es ein sehr schönes Lese-, Hör- und Malbuch geworden.

Ist eine Fortsetzung geplant?

Der Verlag will daraus eine Serie mit dem Titel „Hören und Malen“ machen. Ideen habe ich schon.

Weitere Sagen?

Das wäre möglich. Mir schwebt aber anderes vor. Ich besitze ein kleines Büchlein eines unbekannten Autors, der unter dem Titel „Beeße Zeiten“ aus den Jahren nach dem ersten Weltkrieg in Dresden berichtet. Komplett in Sächsisch. Daraus könnte man ein wunderbares Mundart-Album machen, da bin ich ganz scharf drauf.

(Artikel gekürzt)

Peter „Mampe“ Ludewig liest in seinem Wohnzimmer in Freital aus dem neuen Buch mit sächsischen Sagen, das im Verlag Sonnenbuch erschienen ist
(ISBN 3-9809956-0-7, Preis 19,50 Euro).
Foto: SZ/Thomas Morgenroth